Smart City - blog - Neue Wohnanlagen: ein Standard-Set „Zähler + LoRaWAN-Gateways“ bereits in der Bauphase
27.01.2026
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Neue Wohnanlagen: ein Standard-Set „Zähler + LoRaWAN-Gateways“ bereits in der Bauphase
In neuen Wohnanlagen sind die Erwartungen aller Beteiligten gestiegen: Versorgungsunternehmen wollen präzise Daten ohne den „menschlichen Faktor“, Projektentwickler benötigen eine kontrollierbare Bewirtschaftung und transparente Betriebskosten, und Wohnungseigentümergemeinschaften erwarten nachvollziehbare Abrechnungen und weniger Konflikte mit den Bewohnern. Vor diesem Hintergrund wird die Fernauslesung von Zählern immer häufiger nicht mehr als separates Projekt „nach der Fertigstellung“, sondern als Infrastruktur verstanden, die logisch zusammen mit der Elektroinstallation, den Schwachstromnetzen und den Messstellen geplant werden sollte.
Genau deshalb wird in der Bauphase immer öfter ein Standard-Set diskutiert: intelligente Zähler (oder Funkmodule für Zähler) plus LoRaWAN-Gateways, die die Verbindung zwischen wohnungs- und gebäudeseitigen Messpunkten und einer Server- bzw. Plattformlösung herstellen.
Ein Retrofit in einem bereits bewohnten Gebäude ist fast immer teurer: Der Zugang zu Schächten und Technikräumen ist schwieriger, es sind mehr Genehmigungen erforderlich, der Arbeitsaufwand ist höher und das Risiko punktueller Kompromisse bei der Funkabdeckung steigt. Zudem erfolgt die Installation in einem fertigen Haus oft in mehreren Etappen, da technische Systeme nicht lange abgeschaltet werden können.
Während der Bauphase lässt sich das Netzwerk hingegen als „Teil des Gebäudes“ realisieren: Standorte für Gateways und Antennen, Stromversorgung und Redundanz, Kabeltrassen und Zugänge zu Technikräumen können von Anfang an vorgesehen werden. Ebenso kann frühzeitig festgelegt werden, wo sich die Messstellen befinden (in Wohnungen, Fluren, Übergabestationen, Heizräumen). Dies senkt die Implementierungskosten und erhöht die Wiederholbarkeit von Lösungen von Projekt zu Projekt.
In der Basisversion umfasst das Set Wasser-, Wärme- und Stromzähler mit Unterstützung für die Fernübertragung von Daten (oder Zähler mit externen Funkmodulen), LoRaWAN-Gateways sowie die Serverseite (Network Server / Application), die Telemetriedaten empfängt und an Abrechnungs- oder Leitsysteme weitergibt. Im Betrieb bedeutet dies regelmäßige automatische Auslesungen, ein Datenarchiv und die Erkennung von Anomalien.
Für Projektentwickler ist vor allem die Standardisierung wichtig: einheitliche Installationsanforderungen, klare Regeln für die Platzierung der Gateways und ein einheitlicher Ansatz zur Software-Integration. Für Versorgungsunternehmen bedeutet dies ein vorhersehbares Datenmodell und die Möglichkeit, ein Projekt ohne „Protokoll-Zoo“ vom einzelnen Gebäude auf ein Quartier oder eine ganze Stadt zu skalieren.
In mehrstöckigen Gebäuden wird die Konnektivität weniger von „abstrakten Kilometern“ als vielmehr von der realen Umgebung bestimmt: Stahlbetondecken, Aufzugsschächte, die Dichte technischer Installationen sowie die Platzierung der Zähler in Nischen und Schränken. In Fachforen und ingenieurtechnischen Diskussionen werden häufig erhebliche Signalverluste beim Durchdringen von Wänden und Decken erwähnt. Daher wird empfohlen, sich auf Funkmessungen oder ein Pilotprojekt auf einer typischen Etage statt auf das Prinzip „ein Gateway für das ganze Haus“ zu stützen.
Auf die Frage „Wie viele Gateways braucht man?“ gibt es keine universelle Antwort. In offenen Leitfäden wird immer wieder derselbe Ansatz betont: Zunächst werden Geometrie des Gebäudes, Gerätedichte und Umgebungsstörungen bewertet, anschließend Messungen durchgeführt und erst danach das Platzierungskonzept festgelegt. So lassen sich unnötige Kosten vermeiden und zugleich Funklöcher verhindern.
Für Gebäude unterschiedlicher Höhe sind Montagehöhe der Antenne, abschirmende Hindernisse und die „vertikale“ Durchlässigkeit der Decken Schlüsselfaktoren . Hervorgehoben wird, dass eine falsche Höhe oder Platzierung eines Gateways das Ergebnis selbst bei identischer Hardware drastisch verschlechtern kann, während eine korrekte Positionierung – auch in der Vertikalen – eine der kostengünstigsten Möglichkeiten ist, die Abdeckung zu verbessern.
Ist eine Kapazitätsreserve notwendig? Ja, wenn nicht nur Zähler, sondern auch eine spätere Erweiterung um Leckagesensoren, Rauchmelder, Luftqualitätsmessung oder die Überwachung von Technikräumen geplant ist. Studien von Semtech zur LoRaWAN-Kapazität zeigen, dass die Skalierbarkeit von der Gateway-Dichte, den Datenraten/ADR-Einstellungen und dem Anteil bestätigter Nachrichten abhängt (Downlink ist durch Duty-Cycle-Vorgaben begrenzt). Deshalb ist es einfacher und günstiger, eine Reserve architektonisch einzuplanen: durch mehrere Gateways, ein geeignetes Nachrichtenprofil und die Minimierung von „ACK-by-default“.
Die Wirtschaftlichkeit entsteht aus vielen kleinen Faktoren, die zusammen einen spürbaren Effekt ergeben: weniger manuelle Ablesungen, weniger Fehler und Nachbesuche, schnellere Erkennung von Anomalien und Verlusten sowie eine einfachere Abrechnungskontrolle. In Berichten und Business-Cases zu AMI/AMR werden typischerweise Einsparungen bei Zähleroperationen und Transport-/Arbeitskosten hervorgehoben, ebenso wie zusätzliche Effekte durch bessere Erfassung und Verlustdetektion.
Für Projektentwickler ist ein weiterer Aspekt wichtig: Wenn das Messsystem standardisiert und automatisiert ist, lässt sich ein Gebäude mit weniger manuellen Prozessen und geringerer Abhängigkeit von einzelnen Dienstleistern leichter in den Betrieb übergeben. Für Wohnungseigentümergemeinschaften bedeutet dies häufig eine ruhigere Kommunikation mit den Bewohnern: Daten stehen regelmäßig zur Verfügung, Streitfälle sind seltener, und Verbrauchshistorien helfen, Fragen faktenbasiert zu klären.
Auch wenn konkrete Vorschriften je nach Land und Stadt variieren, ist der allgemeine Trend eindeutig: Fernauslesbarkeit und häufigere Information der Verbraucher werden zum erwarteten Standard. In der europäischen Energieeffizienzregulierung wurden beispielsweise Anforderungen an die Fernablesbarkeit neuer Wärme-Zähler und Verteiler sowie Fristen für die Modernisierung bestehender Geräte festgelegt.
Der zweite verpflichtende Aspekt betrifft Daten und Sicherheit. Datenschutzdokumente weisen ausdrücklich darauf hin, dass Smart-Meter-Daten als personenbezogen gelten können, da sie einem identifizierbaren Nutzer zugeordnet sind und Verbrauchsmuster widerspiegeln. Dies bedeutet, dass Zugriffsrechte, Speicherung und Datenminimierung bereits im Projekt berücksichtigt werden müssen. Gleichzeitig wächst die Aufmerksamkeit für die Cyber-Resilienz von Geräten und „Gateways“ in Messsystemen: In Branchen- und Standardisierungsunterlagen werden zunehmend Anforderungen und Rahmenwerke wie IEC 62443 für Komponenten und Prozesse genannt.
Ein während der Bauphase integriertes Set aus „Zählern + LoRaWAN-Gateways“ steht nicht für „trendiges IoT“, sondern für kontrollierbaren Betrieb und ein klares wirtschaftliches Modell über viele Jahre hinweg. Es erleichtert die Arbeit der Versorgungsunternehmen, macht die Verwaltung durch Wohnungseigentümergemeinschaften transparenter und verleiht Projekten technologische Reife ohne schmerzhafte Nachrüstungen nach dem Einzug.
Mit einem ingenieurgetriebenen Ansatz – Funkmessungen, Kapazitätsplanung, Wachstumsreserve sowie Berücksichtigung von Daten- und Sicherheitsanforderungen – wird eine solche Infrastruktur zu einer stabilen Grundlage: zunächst für die Fernauslesung von Zählern und später für die Erweiterung „smarter“ Dienste im gesamten Wohnkomplex.
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